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NIKON D7000
Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM
13mm f10 0,6s ISO 100 0EV

Richtig fokussieren!

Jeder der eine Kamera sein Eigen nennt, egal ob Handycam/Kompaktkamera oder Spiegelreflexkamera, muss sich mit dem Thema Fokusmessfeld auseinandersetzen, bevor er den Auslöser betätigen kann. Je nach Kameramodell und -einstellung wird dieses automatisch oder eben nicht automatisch im Kamerasucher/Bildschirm erscheinen, um das Motiv scharf zu stellen. Angefangen beim einfachen, direkt per Touchscreen verschiebbaren Auswahlrechteck auf dem Bildschirm, bis hin zur komplexen Zuordnung im Kamerasucher und mehr als 50 Fokusmessfeldern, gibt es die verschiedensten Ausführungen. Dabei unterscheiden wir nach Motiven, die möglichst als Ganzes scharf dargestellt werden sollen (Landschaft, Journalismus, etc.) und Motiven, die bewusst die Unschärfe als gestalterisches Mittel verwenden (Portrait, Tiere, etc.). In diesem Guide möchten wir euch Ersteres erklären, also warum es wichtig ist, das Fokusmessfeld richtig zu setzen und an Beispielen zeigen, wo es dafür optimal gesetzt werden muss.

Um zuerst die Auswirkungen einer falschen Fokussierung zu zeigen, haben wir im Beispielbild1 viel zu weit unten im Motiv fokussiert - das Fokusmessfeld war auf Höhe der gelben Linie platziert. Man sieht in den rot eingerahmten Ausschnittsvergrößerungen, dass der untere Bildbereich natürlich scharf dargestellt wird, der Hintergrund dagegen bereits in Unschärfe versinkt.

Richtig fokussieren 1

Genau das Gegenteil haben wir im Beispielbild2 dargestellt. Das Fokusmessfeld war auf Höhe der gelben Linie zu weit im Hintergrund platziert, so dass im Ergebnis die Stadtlandschaft zwar scharf, der im Motiv enthaltene Vordergrund jedoch unscharf ist.

Richtig fokussieren 2

Will man nun das Motiv - mit Vordergrund und Hintergrund - möglichst scharf darstellen, spricht man in der Fachliteratur von der Methodik der "Hyperfokalen Entfernung".

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperfokale_Entfernung

Dies bedeutet, dass neben der Brennweite und eingestellten Blendenzahl, der ausgewählte Punkt der Fokussierung das Ergebnis bestimmt. Einfach gesagt heißt das nichts anderes, als dass es darauf an kommt mit der Kamera den richtigen Punkt zum Fokussieren anzuvisieren. Per Definition ist dieser für jede Kombination aus Brennweite, Blendenzahl und Sensortyp verschieden. Als starke Vereinfachung kann jedoch folgende Annahme herangezogen werden:

Richtig fokussieren 3

Im Beispielbild3 wurde auf einen Punkt in Höhe der grünen Linie fokussiert. Die grüne Linie symbolisiert die gedachte 2/3 Entfernung vom Horizont in Richtung Kamerastandpunkt.

Eine völlig andere Methodik zum Fokussieren eines Motivs ist der unendliche Fokus, einstellbar im Sichtfenster vieler Objektive. Eine Fokussierung auf unendlich ist jedoch nur sinnvoll, wenn eine automatische Fokussierung nicht möglich ist und sich das Motiv in ausreichender Entfernung befindet. Beispielsweise wurden alle Nachtaufnahmen der Kategorie Reise/Schweden mit dieser Methode erstellt. Grund war die völlige Dunkelheit während der Aufnahmen, die den Autofokus unbrauchbar machten. Wie im Beispielbild dargestellt, muss bei deaktiviertem Autofokus der Fokusring am Objektiv mit der Markierung möglichst exakt auf unendlich gestellt werden. Achtung: Ein mechanischer Endanschlag ist bei den meisten Objektiven erst nach der Unendlich-Stellung.

Richtig fokussieren 4

Merke:

Hyperfokale Entfernung und unendlicher Autofokus sind hinreichende Mittel mit dem Ziel einer größtmöglichen Tiefenschärfewirkung. Bei direkter Fokussierung erhält man schärfere Teilergebnisse, jedoch sinkt die Tiefenschärfe der Gesamtansicht, siehe Beispielbilder oben!

Tipps:

Erforderliche Ausrüstung:

Nachmachen erwünscht!
Wir freuen uns über eure Anregungen und Kommentare.

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